Vorwerk Kobold VR100

Vorwerk Kobold VR100 Test

Mit dem Kobold VR100 gibt Vorwerk sein Debüt in Sachen Staubsauger Roboter. Wir konnten es uns nicht nehmen lassen selbst herauszufinden, ob die Premiere geglückt ist. Die Firma Vorwerk ist gerade in den deutschsprachigen Märkten als Traditionsunternehmen für ihre Staubsauger und einen hohen Qualitätsstandard bekannt. Noch von unseren Großmüttern kennen wir diese etwas biederen, aber dennoch robusten Geräte, die teilweise über dreißig Jahre im Einsatz waren, bevor sie überhaupt in Erwägung zogen das Zeitliche zu segnen. Ein entsprechend angestaubtes Bild hatten wir immer vor Augen, wenn es um Produkte der Firma Vorwerk ging.

Vorteile

  • Sehr gute Navigation
  • Erstaunlich gute Saugwirkung
  • Komfortable Bedienung

Nachteile

  • Ehemals hoher Preis
  • Nicht mehr im Angebot

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Umso überraschter waren wir, als Vorwerk den Markt der Saugroboter nicht mehr iRobot, Samsung und Co. überlassen wollte, sondern selbst den ersten eigenen Saugroboter vorstellte. Dieser debütiert nun unter dem zur Produktfamilie passenden Namen “Kobold VR100”. Dabei möchten wir schon mal vorwegnehmen, dass das Design des VR100, sowie der gesamten Kobold-Produktlinie, nichts mehr mit der klobigen Optik von früher zu tun hat.

Vorwerk bewirbt seinen Staubsauger Roboter mit innovativer Technik, perfekter Navigation, einfacher Bedienbarkeit und effektivem Reinigungsergebnis. Aus Marketing-Gesichtspunkten steht man der Konkurrenz schon mal in nichts nach. Wir wollen es genauer wissen und fühlen dem Kobold auf den Zahn. In unserem nachfolgenden Test zeigt sich, ob Vorwerk seine Versprechen auch halten kann.

Update: Inzwischen ist dieses Modell nicht mehr im Handel, dafür aber der nochmals verbesserte Nachfolger Vorwerk Kobold VR200 (Test), der inzwischen zweifacher Sieger bei Stiftung Warentest geworden ist – auch 2017.

Inhaltsverzeichnis

Lieferumfang

Vorwerk Kobold VR100 BoxDer VR100 kommt in einer relativ schlichten, aber ansprechend gestalteten Verpackung. Im Karton finden sich die folgenden Bestandteile wieder:

  • Kobold VR100 Staubsauger Roboter
  • Ladestation
  • Netzteil
  • Filter
  • Seitenbürste
  • ca. 4 Meter langes Magnetband
  • Bedienungsanleitung
  • Schnellstartanleitung.

Wie bereits erwähnt hat die Optik des Saugroboters nicht mehr viel mit dem in unseren Kopf verfestigten Bild eines Vorwerk Produkts zu tun. Der gesamten Kobold-Reihe wurde ein einheitliches und zeitgemäßes Design verpasst. Auch der VR100 kann in diesem Aspekt überzeugen und ist ein echter Hingucker.

Das weiße Gehäuse des Staubsauger Roboters macht mit seinem schwarz-abgesetzten Stoßfänger einen sehr wertigen Eindruck. Zudem wurden mit dem Kobold-typischen grün ein paar Akzente am Griff des Staubbehälters und dem Ein-/Ausschalter gesetzt. Auch die silber-farbene Abdeckung der Navigationseinheit – in der auch das Firmenlogo eingeprägt ist – reiht sich nahtlos in das Design ein.

Insgesamt besteht das Gehäuse zwar wie bei allen von uns getesteten Staubsauger Robotern vollständig aus Kunststoff, allerdings wurden beim VR100 spürbar hochwertige Materialien verwendet. So konnten wir weder knarzende Teile, noch zu groß geratene Spaltmaße oder unsauber verarbeitete Kanten entdecken. Die Räder sind zwar per se etwas schwergängig, da diese Tatsache allerdings keine negativen Auswirkungen auf die Funktionalität mit sich bringt, können wir das nun wirklich nicht als Kritikpunkt auslegen.

Das Einzige was uns beim Auspacken negativ aufgefallen ist, waren die beigelegten Ersatzfilter und Bürsten. Diese waren nämlich nicht vorhanden. So werden beim VR100 genau eine Haupt- und Seitenbürste, sowie ein Filter mitgeliefert. Das fanden wir etwas schwach. Von anderen Herstellern sind wir gewohnt, dass für jedes Verschleißteil zumindest einmal Ersatz beiliegt. Vorwerk verspricht allerdings, dass man die Bürsten und Filter nur sehr selten bis gar nicht tauschen muss. Zudem ist das Zubehör im Verhältnis relativ kostengünstig über den Vorwerk Online Shop nachbestellbar. Dennoch ein – wenn auch kleiner – Abzug in der B-Note.

Funktionsweise

Auch der VR100 gehört – wie ein paar seiner Konkurrenten – zu einer Klasse von Staubsauger Robotern, die nach dem sogenannten Mäanderprinzip arbeiten. Das heißt die zu säubernde Fläche wird in parallelen Bahnen, und nicht wie z.B. bei den Roombas in zufälligen Mustern abgefahren. Damit eine solch strukturierte Arbeitsweise funktioniert, muss jedoch eine wichtige Voraussetzung erfüllt sein: Der Saugroboter muss wissen, wo er schon gewesen ist und wo er noch nicht gesaugt hat. Hierfür legen die meisten Roboter eine virtuelle, interne Karte an, in der sie ihre Umgebung erfassen. Die Hersteller verbauen dafür spezielle Sensoren mit denen der Roboter die Orientierung im Raum vornimmt. Samsung und LG setzen beispielsweise auf eine Kameratechnik, die allerdings die Eigenheit hat, je nach Helligkeit mehr oder minder zuverlässig zu sein.

Im Gegensatz dazu ist der VR100 aufgrund seiner Navigationstechnik ein echtes Novum. So hat Vorwerk bei seinem Saugroboter einen um 360° rotierenden Laser verbaut, der die Orientierung im Raum und das Erkennen von Hindernissen ermöglichen soll. Zugegebenermaßen ist diese Technik nicht ganz neu und stammt auch nicht von Vorwerk selbst. Der US-amerikanische Hersteller Neato Robotics setzt mit seiner XV-Produktserie auf dasselbe System. Und an dieser Stelle schließt sich der Kreis. Anstatt einen von Grund auf neuen Saugroboter zu entwickeln hat Vorwerk das Know-How einfach eingekauft und das bestehende Produkt von Neato optimiert. Sicherlich nicht die schlechteste Alternative, um einen konkurrenzfähigen Roboter auf den Markt zu bringen.

Zurück zur Navigation. Der VR100 scannt mithilfe seines (für Mensch und Tier völlig ungefährlichen) Lasers zunächst die Umgebung. So werden Hindernisse und der grundlegende Aufbau des Raums erkannt. Wer dabei jetzt an eine imposante Lasershow denkt, dürfte enttäuscht sein. Zum Einsatz kommt lediglich ein Infrarot-Laser der für das menschliche Auge gänzlich unsichtbar ist. Durch die permanente Rotation des Lasers erfasst der Kobold sich verändernde Umgebungen und bewegliche Hindernisse, wie z.B. herumlaufende Haustiere und vermeidet so Kollisionen. Dabei werden kontinuierlich 1.800 Messpunkte pro Sekunde abgetastet. Anhand dieser Informationen berechnet der Kobold VR100 die – aus seiner Sicht – optimale Fahrtroute durch den Raum.

Navigation im Raum und um Hindernisse

Der Ablauf ist immer derselbe. Erst werden äußere Kanten und Raumecken abgefahren bis der Staubsauger Roboter wieder an der Ausgangsposition ankommt. Anschließend wird der innere Teil des Raumes in parallelen Bahnen gesaugt. Hindernisse werden dabei elegant umrundet. Sind diese zu niedrig, um vom Laser erfasst zu werden, hat der Kobold noch seinen Stoßfänger, der im Fachjargon auch als “Bumper” bezeichnet wird. Der Bumper reagiert auf Kontakt und führt dazu, dass der Saugroboter stoppt, zurücksetzt und einen kleinen Bogen fährt. Das funktionierte in unseren Tests ganz ausgezeichnet. Der Kobold ging an kritischen Stellen ausgesprochen schonend mit unserem Mobiliar um. Dabei werden auch Abgründe z.B. in Form von Treppenstufen mithilfe der zahlreichen Sensoren erkannt und so ein Absturz des Roboters verhindert.

Mehrere Zimmer saugen

Nachdem auch die letzte Stelle im Zimmer gesaugt ist, fährt der Kobold automatisch in den nächsten Raum. Der Saugroboter erkennt angrenzende Räume tatsächlich von alleine! Zumindest dann, wenn sie frei zugänglich sind. Durchgänge in andere Zimmer werden beim initialen Umfahren des Raumes erfasst und in der virtuellen Karte gespeichert. So weiß der Kobold jederzeit, ob seine Arbeit getan ist oder noch ein verschmutztes Zimmer auf seine Säuberung wartet.

Auch vor Türschwellen mit einer Höhe von bis zu zwei Zentimetern macht er nicht halt. Diese werden in der Regel problemlos erklommen und sollte es im ersten Anlauf mal nicht gelingen, ist der Staubsauger Roboter intelligent genug noch ein paar weitere Versuche aus unterschiedlichen Winkeln zu starten. Sind alle Räume einmal abgefahren, macht sich der Saugroboter wieder auf den Weg zurück zur Ladestation.

Akku laden und weiterarbeiten

Vorwerk Kobold VR100 LadestationDer VR100 ist außerdem in der Lage den Reinigungsvorgang bis zu zweimal zu unterbrechen, um seinen Akku an der Station aufzuladen. Ziemlich beeindruckt hat uns dabei, dass er die Arbeit nach dem Ladevorgang automatisch fortgesetzt und präzise nur die noch ausstehenden Bereiche gesaugt hat.

  • Eine einzelne Akkuladung reicht für eine gute Stunde. Wieviel Fläche damit gereinigt werden kann hängt allerdings auch immer vom Untergrund ab. So bewegt sich der Kobold auf Teppichen langsamer als auf hartem Untergrund.
  • In unseren Tests konnte eine Wohnung mit 70 qm und Hartböden ohne Ladeunterbrechung gesaugt werden. Ein paar Quadratmeter mehr sorgten aber dafür, dass der Kobold doch eine Pause einlegen muss.
  • Wenn wir das nun aufsummieren, sollten in Summe 200 qm mit Ladeunterbrechungen möglich sein. Teppiche mindern die Gesamtfläche ebenso wie sehr verwinkelte Flächen.

Schwierigkeiten mit Magnetband lösen

Schwierigkeiten hatte der Kobold in unserem Test mit Objekten, die auf Höhe der Oberkante der Navigationseinheit liegen. Dort gibt es einen toten Punkt, den der Laser nicht erfassen kann. So fuhr sich der Saugroboter unterhalb einer Verstrebung eines flach zulaufendem Schlafsofas fest.

Das Problem konnten wir allerdings recht schnell durch das mitgelieferte Magnetband lösen. Einfach vor die kritische Stelle auf den Boden gelegt, schon umfährt der Kobold das Hindernis. Mit dem Magnetband können ganze Bereich oder gar Räume von der Reinigung ausgeschlossen werden. Und es lässt sich mit einer handelsüblichen Haushaltsschere auf die gewünschte Länge bringen.

Sollte die Länge von vier Metern nicht ausreichen, kann man über den Vorwerk Online Shop weitere Bänder nachbestellen. Zugegebenermaßen gibt es ästhetischere Möglichkeiten einen Roboter davon abzuhalten, einen bestimmten Bereich auszulassen. iRobot und Samsung lösen dieses Problem mit kleinen Infrarot-Türmen, welche allerdings nicht ohne den Einsatz von Batterien auskommen.

Generell könnte man fragen, was das Navigationsverhalten des Kobold VR100 ggü. den chaotischen „kreuz und quer“-Ansätzen der Konkurrenz für Vorteile bringt. Darauf haben wir zwei Antworten: Zum einen kann der Vorwerk deutlich mehr Fläche in kürzerer Zeit säubern, zum anderen spart er damit eine Menge Energie. Energie die anderweitig zum Einsatz kommen kann, z.B. für ein stärkeres Sauggebläse. Während die meisten Saugroboter in Wirklichkeit mehr Kehrmaschinen als Staubsauger sind, ist der Kobold der erste seiner Art, der die Bezeichnung “Staubsauger Roboter” verdient. Klar kommt die Saugleistung immer noch nicht an einen echten Staubsauger heran, immerhin handelt es sich um ein mit Akku betriebenes Gerät. Aber der Unterschied zur Konkurrenz ist deutlich.

So gut reinigt der Kobold VR100

Hartboden

Die Reinigung von Hartböden erledigt der VR100 tadellos. Egal ob Laminat, Parkett oder Fliesen, der Schmutz wird direkt bei der ersten Überfahrt vollständig aufgenommen.

Ausgesprochen positiv verhält sich der Kobold auch in unserem “Fugen-Test”, bei dem wir kleine Steinchen und Zucker in den Fliesenfugen verteilen, um anschließend herauszufinden wie gut oder schlecht der Saugroboter diese säubert. Für einen normalen Staubsauger ist so etwas natürlich kein Problem. Allerdings tun sich die meisten Staubsauger Roboter damit aufgrund der geringen Saugleistung äußerst schwer. In der Regel reicht die Bürste nicht tief genug, so dass – wenn überhaupt – nur der Dreck in flachen Fugen erreicht werden kann. Der Kobold VR100 ist aber was diese Disziplin anbelangt ein wahrer Musterschüler. Selbst in den tiefsten Fugen wird der Schmutz fast immer weggesaugt. Hier macht sich die vergleichsweise hohe Saugkraft bezahlt.

Einziges Manko in Sachen Hartböden leistet sich der Kobold VR100 in den Raumecken. Während Kanten noch vorbildlich durch die kleine Seitenbürste gereinigt werden, gibt es in Ecken noch Potenzial nach oben. Man sollte meinen, dass er bauartbedingt anderen Saugrobotern in dieser Hinsicht überlegen ist. Immerhin ist der VR100 vorne rechteckig und nicht rund, wie die meisten seiner Konkurrenten. Auch fährt er soweit es geht in die Ecke hinein, allerdings ist die Seitenbürste nicht weit genug vorne am Stoßfänger angebracht. So ist der Kobold dann doch nicht in der Lage allen Schmutz zu erfassen. Jedoch ist das immer noch besser, als das was wir von den meisten anderen Saugern kennen.

Textile Bodenbeläge

Vorwerk Kobold VR100 BürsteBei den Staubsauger Robotern trennt sich auf Teppichböden die Spreu vom Weizen. Daher sind wir auf diese Ergebnisse immer besonders gespannt. Zu unserem Testinventar gehört neben einem Kurzflor– auch ein Langflorteppich, der sozusagen die Königsdisziplin darstellt.

  • Auf dem Kurzflorteppich schlägt sich der VR100 wacker. Hier kann sich die gesamte Stärke der von Vorwerk entwickelten Bürste entfallten. Mit ihren Borsten durchkemmt sie den Teppich und löst so auch kleinste Partikel aus dem Flor.
  • Beim Langflorteppich sind die Ergebnisse durchwachsen. Zwar kann nicht bei jeder Überfahrt der komplette Schmutz direkt aufgenommen werden, allerdings überlappt der VR100 seine Bahnen, wodurch er dann doch noch in der Lage ist nachzubessern. Je nach Verschmutzungsgrad reicht aber auch das nicht mehr aus, um in einem Reinigungslauf vollständig zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen. Ist der Schmutz besonders fein und sitzt zudem auch noch tief im Flor, muss mindestens ein weiterer Durchgang gestartet werden.

Hier sind Roboter wie der Roomba, die nach dem Zufallsprinzip fahren, klar im Vorteil. Die Stellen werden in der Regel mehrfach und aus unterschiedlichen Richtungen überfahren. Das erhöht natürlich die Gründlichkeit.

An dieser Stelle möchten wir auch noch mal an die Idee von Staubsauger Robotern erinnern. Diese sind nämlich zum regelmäßigen Einsatz in kurzen zeitlichen Abständen gedacht. Einen Saugroboter einmal pro Woche auf einen total verschmutzen Teppich zu hetzen bringt wenig. Lässt man den Staubsauger Roboter hingegen alle zwei bis drei Tage – oder gar täglich – fahren, so führt das zu einem mehr als zufriedenstellenden Ergebnis.

Ehrlicherweise konnten wir bisher keinem Saugroboter eine echte Langflortauglichkeit ausstellen. Ab einer Florlänge von zwei Zentimetern wird es allgemein problematisch, da sich die meisten Geräte mit ihrer Bürste verfangen oder direkt festfahren. Aber auch schon bei kürzerem Flor können die Geräte nicht zu 100% überzeugen. Wer also einen Langflorteppich sein eigenen nennt, sollte testen wie der Kobold darauf zu recht kommt oder ihn mit dem Magnetband absperren. Dabei kann das Magnetband aus ästhetischen Gründen auch unter die Teppichkante gelegt werden, damit der Kobold diesen ausspart. Dann muss natürlich weiterhin zum klassichen Staubsauger gegriffen werden.

Unglaublich innovativ: Der VR100 ist für Vorwerk ein beeindruckender Start in die Saugrobotik.

Wartung

Das Thema Wartung ist bei unseren Tests immer ein wesentlicher Punkt. Denn Hand auf’s Herz: Wer möchte einen Staubsauger Roboter, bei dem ebensoviel Aufwand für die Wartung anfällt, wie man gebraucht hätte, um die Wohnung selbst zu saugen? Hinzu kommt, dass wir bequem sind. Je weniger Zeit wir also in die tägliche Wartung des Roboters investieren müssen, desto besser!

Aber auch hier glänzt der VR100, denn er ist der mit Abstand wartungsärmste Staubsauger Roboter, den wir bis zu diesem Test geprüft haben. Von den Roombas kennen wir lange Haare, die sich um die Bürsten wickeln. Von den LGs und Samsungs sogar kurze Haare, die in den Borsten und Rädern stecken bleiben. Beim Kobold waren wir hingegen freudig überrascht, denn Haare wickeln sich – wenn überhaupt – nur sehr selten um die Hauptbürste. Das ist mitunter auf die hohe Saugkraft des VR100 zurückzuführen. Dadurch bekommt der Schmutz nur wenig Chance sich festzusetzen.

Und für den Fall, dass die Bürste doch mal enthaart oder gar getauscht werden muss, kann diese relativ leicht aus ihrer Verankerung gelöst werden. Lediglich das Wiedereinsetzen empfanden wir als etwas fummelig. Die Bürste wird an einer Seite über einen Gummiriemen angetrieben, welcher händisch mit seiner Zahnung über die Achse gestülpt werden muss. Eigentlich sehr unkompliziert, aber für Ungeübte kann das anfangs eine kleine Herausforderung sein. Nach dem dritten oder vierten Mal sollte man den Dreh aber spätestens raus haben.

Staubbox entnehmen und reinigen

Kobold VR100 BehälterDas Leeren des Staubbehälters betrachten wir mit ambivalenten Gefühlen.

  • Positiv: Der Behälter lässt sich komfortabel von oben aus dem Kobold herausheben. Dabei rieselt auch kein Schmutz heraus. Das ist im Vergleich deutlich besser als die Mechanik der meisten Hersteller, wo sich der Behälter hinten im Staubsauger Roboter befindet und beim Abnehmen ein Teil des gesammelten Drecks wieder zu Boden fällt.
  • Nicht gefallen hat uns die Lösung, wie der Behälter entleert wird. Dazu muss man wissen, dass sich der gesamte Schmutz direkt am Filter des Kobolds sammelt und dieser zwecks Entleerung abgenommen werden muss. Spätestens hier geht dann häufig doch was zu Boden. Es empfiehlt sich also den Filter direkt über dem Abfalleimer abzunehmen.

Seitenbürste des VR100 reinigen

  • Auch die Seitenbürste lässt sich einfach abnehmen. Sie ist nur aufgesteckt und wird durch einen Magneten gehalten. Das fanden wir besonders pfiffig, immerhin verwenden iRobot, Samsung & Co. hierfür Schrauben. Ein Austausch ist damit im Handumdrehen möglich. Aber auch die Seitenbürste ist nicht makellos. Diese kehrt den Dreck nämlich – so wie es sein sollte – größtenteils unter den Staubsauger Roboter, allerdings setzt sich immer auch ein wenig Staub an der rechten Seite des Stoßfängers ab. Uns ist das bereits nach der ersten Fahrt durch den Testparcours aufgefallen.
  • Eigentlich ist das kein Beinbruch, da dieses Manko alle Roboter betrifft, die Seitenbürsten einsetzen. Unglücklicherweise sitzt beim VR100 an dieser Seite ein Sensor der für die Abstandshaltung beim Entlangfahren an Wänden zuständig ist. Sollte dieser nach einigen Reinigungsläufen zu verstaubt sein, besteht die Gefahr, dass der Abstand nicht mehr korrekt eingehalten werden kann. Zur Verteidigung des Kobolds müssen wir ihm aber zugestehen, dass es uns noch nicht gelungen ist, dieses Verhalten zu provozieren.

Sensoren abwischen

Generell sollte man die Sensoren des VR100 regelmäßig reinigen. Wie oft, hängt von der individuellen Situation ab. Fällt bei mir Zuhause überdurchschnittlich viel Schmutz an? Zum Beispiel durch Haustiere? Dann muss der Staubbehälter häufiger geleert und der Saugroboter gelegentlich abgewischt werden. Spätestens wenn sich der Kobold meldet, weil die Navigation nicht mehr möglich ist, sollte man Hand anlegen.

Diese Meldung tritt in der Regel dann auf, wenn die Sensoren über längeren Zeitraum nicht vom Staub befreit wurden. Auch ein Kobold erfordert eben etwas Zuwendung. Nichtsdestoweniger können wir festhalten, dass egal um welchen Haushalt es sich handelt, der Wartungsaufwand beim Kobold deutlich geringer ausfällt, als das bei anderen Staubsauger Robotern der Fall ist.

Bedienung

VR100 Display und Ein/AusDie Bedienung des Kobolds ist wie bei den meisten Staubsauger Robotern kinderleicht und erfolgt über ein monochromes Display. Neben dem großen Start-Knopf zum direkten Starten des Saugvorgangs, gibt es eine Menü– sowie zwei Pfeiltasten.

Über das Menü gelangt man zum Beispiel in die Timer-Konfiguration oder zum Spot-Modus, welcher dazu dient nur einen kleinen ausgewählten Bereich von 1,5 x 1,2 Metern zu reinigen. Über den Timer lassen sich die Tage inklusive Uhrzeiten einstellen an denen der Roboter saugen soll. So kann der Kobold sein Werk verrichten während wir außer Haus sind.

Diese Funktion möchten wir nicht missen, immerhin ist das Geräusch des Saugers auf Dauer nervig, zudem gibt es fast nichts besseres als in eine frisch gesaugte Wohnung heimzukehren.

Updates: Nachträglich die Software verbessern

Einen nicht unwesentlichen Punkt wollen wir nicht außer Acht lassen. Das Thema Updates. Und gemeint ist damit die Steuer-Software des VR100. Die aktuell installierte Version lässt sich ganz leicht über das Hilfemenü des Roboters abrufen. Ein Abgleich mit der Vorwerk Webseite und wir wissen, ob wir noch up-to-date sind. Bei Neugeräten sollte die Software grundsätzlich auf dem aktuellsten Stand sein.

Von Zeit zu Zeit bringt Vorwerk ein Update, welches die Navigation, die Hinderniserkennung oder den Ladevorgang des Akkus verbessern soll. Und das lohnt sich. In einem Zeitraum von knapp sieben Monaten sind für den VR100 zwei Software-Updates erschienen, welche sichtbare Verbesserungen mit sich gebracht haben. Zum Beispiel wurde das Reinigungsverhalten in Ecken spürbar optimiert.

Übrigens können die Updates entweder durch ein Vorwerk Servicecenter oder direkt über den heimischen PC aufgespielt werden. Auch dadurch weiß Vorwerk zu punkten. Eigentlich gibt es kaum einen Saugroboter-Hersteller der überhaupt Updates zur Verfügung stellt und wenn, dann können diese ausschließlich durch das herstellereigene Servicecenter aufgespielt werden.

Ein Detail fehlt

In Sachen Bedienung vermissen wir beim Kobold nur eins: Eine Fernbedienung. Bei einem nicht unerheblichen Teil der auf dem Markt befindlichen Staubsauger Robotern gehört diese zur Standardausstattung. Der VR100 hat leider keine, auch nicht als optionales Zubehör. Das ist sicher kein K.O.-Kriterium, wäre aber schön gewesen.

Preis

Der VR100 zählt nicht gerade zu den günstigen Staubsauger Robotern im Markt. Mit seinem Preis ist er ganz klar im Hochpreissegment angesiedelt. Ehrlich gesagt haben wir auch nichts anderes von Vorwerk erwartet. Bislang ist uns jedenfalls noch kein Kobold-Modell über den Weg gelaufen, das wir als besonders günstig einstufen würden. Positiv: Über den Vorwerk Online Shop bestand die Möglichkeit den Staubsauger Roboter 30 Tage lang ganz unverbindlich zu testen. So kann sich jeder selbst ein ausgiebiges Bild darüber machen, ob der Kobold auch im eigenen Heim zu überzeugen weiß. Bei Nichtgefallen wird der Saugroboter einfach zurückgeschickt und zwar versandkostenfrei!

Viel Service fürs Geld

Für den Preis bekommt man wie von Vorwerk gewohnt eine ganze Menge Service geboten. So haben wir die Probe aufs Exempel gemacht. Ein Anruf auf der Vorwerk-Hotline und ein fiktives Problem mit dem Saugroboter geschildert, schon wurde uns ein neues Gerät zum Austausch inklusive Lieferung und Abholung des Altgeräts angeboten. Kostenlos, versteht sich. Auch scheint Vorwerk kein Problem damit zu haben, ein bereits getauschtes Gerät noch zwei, drei mal auszutauschen, sollten immer noch Probleme bestehen. Das finden wir absolut vorbildlich!

Fazit zum Kobold VR100

Nach unserem Dafürhalten ist Vorwerks Einstieg in den Saugroboter-Markt eine gelungene Premiere. Auf der Habenseite stehen neben einem zeitgemäßen Design, einer qualitativ hochwertigen Verarbeitung und einem vorbildlichen Service die bislang innovativste Navigation, die wir bei einem Staubsauger Roboter zu Gesicht bekommen haben. Es scheint als sei das geballte Staubsauger Know-How von Vorwerk in den Kobold eingeflossen. Das Reinigungsergebnis ist schon erstaunlich. Erfreulich auch der sehr niedrige Wartungsaufwand. Hier sind wir durchaus anderes gewohnt!

Aber bekanntlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Auf Langflorteppichen strauchelt der VR100 wie die meisten seiner Artgenossen. Auch hätte etwas mehr Zubehör in den Lieferumfang gemusst. Der Preis ist und bleibt zudem eine stolze Summe. Man bekommt aber auch eine deutliche Erleichterung in der täglichen Hausarbeit geboten. Gerade als Haustierbesitzer oder Allergiker will man den Kobold nach kurzer Zeit nicht mehr missen. Dass er einer der besten Staubsauger Roboter auf dem Markt ist, bestätigen auch das Magazin Guter Rat und die (Leser-)Testberichte der Zeitschrift CHIP.

Uns hat der Kobold VR100 im Gesamtpaket jedenfalls überzeugt. Daher war Vorwerks Kobold lange Zeit unser Testsieger – bis wir seinen Nachfolger im Vorwerk Kobold VR200 Test hatten. Nachdem dieser zunächst enttäuscht hatte, hat er inzwischen durch diverse Updates den Testsieg geholt.